Februar 2

Drohnen: Tötungsroboter und die unüberschaubaren Folgen – Teil 1

Diese Artikel erschien im  Blogmagazin „Die Netzschau“ am 01.07.2014- Autor: Marty Ludischbo

Die Diskussion ist natürlich nicht neu. Die Amerikaner nutzen Kampfdrohnen, ich nenne sie Tötungsroboter , um Terroristen zu jagen und zu töten.  Sie, die Amerikaner,  nennen das im übrigen: „Extralegale“ Tötungen.
Aber jetzt hat die Diskussion Deutschland insofern wieder erreicht, weil die Bundesregierung darüber nachdenkt bewaffnete  Drohnen für die Bundeswehr anzuschaffen. Zum Schutze der Soldaten, sagt die Ministerin vorsichtig auf anraten von Bundeswehrverbänden und Generälen.

Worum geht es genau

Netzschauen Sie dazu auch hier:
tagesschau.de – Sollte die Bundeswehr bewaffnete Drohen erhalten? (hwn)
Golem.de – Die Bundeswehr will die Drohne (hwn)

Unüberschaubare Risiken

Zweifellos ist mit der Drohnentechnologie ein Tötungsinstrument entwickelt worden, das militärischen Automatisierung möglich macht. Rüstungsexperte Hilma Linnenkamp bringt es auf dem Punkt. In einem taz Interview sagt er:

Zitat: „Zwar führen im Moment noch Drohnenpiloten die meisten Drohneneinsätze, aber in die Drohnen sind schon Elemente involviert, die einen Teil der Entscheidungen Mechanismen und Algorithmen überlassen. „
taz.de  (hwn)

Und wer wäre bei einem automatisierten Kampfeinsatz dann eigentlich verantwortlich?
Die Verantwortlichen eines Militäreinsatzes oder „dann die Programmierer“ wie Linnenkamp richtigerweise fragt.

Der militärische Vorteil gegenüber einen Gegner, die solche Tötungsroboter (Drohnen) nicht haben, liegt auf der Hand. zB:
– Präzession bei der Aufklärung
– Zielgenauigkeit
– Schutzfunktion für Bodentruppen
– Unberechenbarkeit der kleinen anfliegenden Tötungsroboter
– Minderung der eigenen Opfer.

Das die militaristischen Gegner diesen militärischen Nachteil auszugleichen wollen liegt ebenfalls auf der Hand. Ein riesen Geschäftsmodell für die Rüstungsindustrie.  Daraus ergeben sich aber auch neue Bedrohungslagen für die Supermächte. Die Abwehr feindlicher Tötungsroboter wird zukünftig eine immer größerer Rolle spielen. Ein neues Wettrüsten mit unüberschaubaren Folgen hat also bereits begonnen und geht immer weiter.

Zurück im  Galactica Universum:
In der Serie Caprica, ein Prequel der Hauptserie, haben die Menschen scheinbar noch alles im Griff. Die Kampfroboter (Zylonen genannt) werden von Menschen gesteuert, hören und töten auf menschliche Befehle. Die Erbauer nutzen zunächst ihre militärischen Vorteile gegenüber ihrer Gegner. Aber bald kommen auch sog. Terroristen im Besitz von Zyloneinheiten. Sagte ich die menschlichen Bewohner Cabrica hatten alles im Griff? Nicht wirklich. In der Hauptserie lehnen sich Zylonen und menschlich aussehenden Androiden gegen ihre Erbauer auf. Es kommt zum Krieg zwischen Zylonen und Menschen.
OK , Sie werden sagen: Science-Fiction eben. Aber sind solch überspitzen Ängste wirklich gänzlich unbegründet?

fortsetzung folgt

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In Teil 2 lesen Sie:

Ist es wirklich alles kein Problem, zur Verteidigung von Menschen kontrollierten Tötungsroboter einzusetzten? Die Bundeswehr und die Verteidigungsministerin will die bewaffneten Drohnen.

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weiter Links

Offinger Freidenker: Stefan Sasse über Battlestar Galactica (hwn)
Wikipedia: Drohnen der Bundeswehr (link)

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Das Blogmagazin „Die Netzschau“ mußte depubliziert werden, weil die Fa. Populis GmbH die Blogging Plattform „blog.de“ , technische Heimat von DNZS – Die Netzschau -, zum Dezember 2015 geschlossen hatte. Die Idee eines Relanch der Netzschau wurde nicht mehr weiterverfolgt.


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Veröffentlicht2. Februar 2019 von Ludischbo in Kategorie "alle Beiträge", "Außenpolitik", "DNZS Archiv", "Gesellschaft & Politik

Über den Autor

Marty Ludischbo ist Mitte vierzig und kommt aussem Pott. Sein Wunsch: "Bitte lasst uns nicht immer einer Meinung sein, denn Widerspruch regt eigenes Denken an."

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