Juni 12

Meinungsfreiheit: Wen interessierst es?

* Gedanken zu Meinungsfreiheit und Entscheidungen *

Hallo du Demokrat,

Meinungsfreiheit ist ein verfassungsmäßiges hohes Gut! Und tatsächlich. Im Prinzip kann Jede und Jeder seine Meinung sagen.  Und wau, in unseren westlichen Demokratien kommst du in der Regel nicht mal im Knast, wenn deine Meinung der politischen Führung nicht gefällt. Aber die Wahrheit ist: Die, die entscheiden,  interessiert es auch in den meisten Fällen nicht, was du meinst….Es sei denn…..

“ Du kannst hier alles sagen, aber entscheiden tue ich“

Solch ein patriarchalisches Chefgehabe klingt nicht gerade nett, schon gar nicht zeitgemäß, ist aber seit Beginn demokratischer Gesellschaften immer noch total normal. Heute wird das halt „moderner kommuniziert“  BSP:  „Ich kann Sie echt gut verstehen. Die Entscheidung ist gefallen. Ich arbeite weiterhin gerne mit Ihnen zusammen.“

Was sich hier nett anhört kann auch nett gemeint sein. Es kann aber auch geheuchelt sein.  Es ist aber auch egal. Denn so oder so. Eigentlich interessiert deine Meinung die meisten Entscheider_Innen nicht. Es sei denn, wenn deine Meinung sich als nützlich für die Interessen der Entscheider_Innen erweist.

Solange also deine Meinungen für die „Entscheidungsträger“ nicht gefährlich werden, kannst du sagen was du willst. . Im Knast kommst du für politische Äußerungen in den westlichen Demokratien sicher auch nicht. Und auch ansonsten-im Betrieb und anderswo lassen sie dich erzählen.  Wird sie aber wie gesagt als gefährlich angesehen,  werden sie aktiv, dann antworten sie. Und dafür hat die „Moderne“ für Führungskräfte „zivilisierte“ Kommunikationsinstrumente entwickelt. Techniken, die sowohl in der medialen Welt, als auch in Vereinen, Organisationen, in der Politik, sowie im Arbeitsumfeld angewandt werden.

Zunächst einmal überlegen sie, ob deine Meinung konform ist und ob du in der Lage bist Andere mit deiner Meinung zu überzeugen. Halte sie dich für eine Niete, dann ignorieren sie dich meist, egal, ob deine Meinung konform oder nonkonform ist. Vielleicht loben sie dich gelegentlich, um dich zumindest bei Laune zu halten. Erkennen Sie bei dir nonkonforme Überzeugungskraft, werden sie (die Führungskräfte) mit dir immer mehr kommunizieren.

Die weiche Kommunikation: – wird angewandt um dich zu stärken oder sie versuchen dich durch vergiftete Lobdudelleien auf ihre Seite zu ziehen oder dich einfach ruhig zu stellen.

  • es wird Verständnis geheuchelt
  • du wirst gelobt für dein Engagement
  • dir wird gedankt für deinen Einsatz
  • deine kritische Haltung wird sogar gewürdigt
  • man wünscht dir alles Gute
  • du wirst bezahlt
  • du wirst am Arbeitsplatz weggelobt

Die harte Kommunikation Stufe 1 – wird angewandt wenn deine Meinung sehr interessiert, und für gefährlich gehalten wird

  • du wirst ausgelacht
  • du wirst denunziert
  • du wirst gemobbt
  • es werden Lügen über dich verbreitet

Die harte Kommunikation Stufe 2 – sie versuchen dir dann dein Mund verbieten! (dein maul stopfen)

  • die Entscheidereliten drohen dich zu verklagen, um dich einzuschüchtern. Alle wissen , dass du im recht bist, hast aber klein Geld, um einen Rechtsstreit zu überstehen!
  • es wird rechtlich gegen dich vorgegangen (vorgetragen werden Rechtsgüter, die der Meinungsfreiheit, entgegenstehen. )
  • es wird dir klar gemacht, dass deine Karriere gefährdet sein könnte, wenn…
  • es wird dir mit Verlust deines Arbeitsplatzes gedroht
  • du wirst öffentlich bloß gestellt

Hab ich was vergessen ??

Tüss,

dein Marty


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Veröffentlicht12. Juni 2018 von Ludischbo in Kategorie "alle Beiträge", "Gesellschaft & Politik", "Medienkritik

Über den Autor

Marty Ludischbo ist Mitte vierzig und kommt aussem Pott. Sein Wunsch: "Bitte lasst uns nicht immer einer Meinung sein, denn Widerspruch regt eigenes Denken an."

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